Im Januar ist bei uns eine Zuleitung unter der Spüle undicht geworden. Nicht dramatisch, aber genug, dass der Unterschrank und ein Stück Laminat hinüber waren. Es war unser zweiter Wasserschaden, und diesmal lief es deutlich besser.
Was ich beim ersten Mal falsch gemacht hatte
2018 hatte ich sofort einen Handwerker geholt, den Schaden beseitigen lassen und danach die Rechnung eingereicht. Das ist die Reihenfolge, die einem intuitiv einfällt, und sie ist falsch. Der Versicherer konnte den Schaden nicht mehr begutachten und hat lange gebraucht, bis er reguliert hat — am Ende mit einem Abschlag, weil der Umfang nicht mehr nachvollziehbar war.
Die Reihenfolge, die ich mir aufgeschrieben habe
- Schaden begrenzen. Wasser abstellen, abtrocknen. Das ist sogar Pflicht — wer nichts tut, riskiert eine Leistungskürzung.
- Fotografieren, bevor irgendetwas bewegt wird. Weit genug weg für den Überblick, nah genug für die Details. Bei mir waren es vierzehn Bilder.
- Melden, am selben Tag. Telefonisch, Schadensnummer notieren, danach eine kurze Mail mit derselben Schilderung, damit es schriftlich vorliegt.
- Fragen, ob ein Gutachter kommt und ob man mit der Beseitigung beginnen darf. Bei uns war die Antwort: Fotos reichen, Sie können anfangen. Diese Freigabe habe ich mir per Mail geben lassen.
- Kostenvoranschlag statt Rechnung einreichen. Der Versicherer sagt dann vorab zu, was er übernimmt.
- Alles in einem Ordner. Fotos, Schadensnummer, Mailverlauf, Kostenvoranschlag, Rechnung, Kontoauszug.
Was den größten Unterschied gemacht hat
Punkt vier. Die schriftliche Freigabe hat verhindert, dass später diskutiert wurde, ob ich zu früh angefangen habe. Sie war ein Zweizeiler in einer Mail, und sie hat vermutlich zwei Wochen Bearbeitungszeit gespart.
Wie es ausgegangen ist
Schadenssumme 1.840 Euro, abzüglich 250 Euro Selbstbeteiligung, Überweisung nach 19 Tagen. Beim ersten Mal hatte es elf Wochen gedauert.
Die Liste hängt jetzt innen an der Ordnertür. Nicht, weil ich damit rechne, sie bald wieder zu brauchen — sondern weil ich in so einer Situation nachweislich nicht klar denke.