Warum ich meine Krankenzusatzversicherung wieder gekündigt habe

Veröffentlicht am 2 Dezember 2025 von Wolfgang Steck in Versicherungen · 2 Min. Lesezeit

2021 habe ich eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen, weil ein Kollege im Büro von seiner Krone erzählt hatte und ich in dem Moment das Gefühl hatte, etwas zu versäumen. Drei Jahre später habe ich sie gekündigt.

Was ich gezahlt habe

29,80 Euro im Monat, also knapp 358 Euro im Jahr. Über drei Jahre rund 1.073 Euro. In dieser Zeit habe ich eingereicht: zwei professionelle Zahnreinigungen à 95 Euro, davon erstattet 80 Prozent, macht 152 Euro. Sonst nichts.

Die Bedingungen, die ich vorher nicht gelesen hatte

Drei Punkte standen im Vertrag, die ich beim Abschluss überflogen hatte:

  • Staffelung in den ersten Jahren. Die Erstattung war in den ersten vier Jahren auf maximal 1.000 Euro insgesamt begrenzt. Genau in dem Zeitraum, in dem man am ehesten etwas machen lässt, weil man gerade abgeschlossen hat.
  • Ausschluss für angeratene Behandlungen. Alles, was der Zahnarzt vor Vertragsbeginn schon empfohlen hatte, war nicht versichert. Bei mir stand ein Hinweis auf einen alten Amalgamfüllung im Bogen — das hätte im Ernstfall Diskussionen gegeben.
  • Beitragsanpassung nach Alter. Der Beitrag war nicht fix, sondern stieg in Stufen.

Wie ich die Entscheidung gerechnet habe

Eine Zusatzversicherung lohnt sich, wenn der erwartete Schaden mal die Wahrscheinlichkeit über dem Beitrag liegt. Bei Zahnersatz ist der Betrag hoch, aber er ist eben auch planbar und tritt in der Regel nicht plötzlich ein. Genau das ist der Unterschied zur Haftpflicht: Dort ist der mögliche Schaden existenzbedrohend und völlig unvorhersehbar.

Ich habe deshalb umgestellt: Die 29,80 Euro gehen seit der Kündigung per Dauerauftrag auf ein separates Tagesgeldkonto. Nach zwei Jahren liegen dort gut 700 Euro, die mir gehören, für die es keine Wartezeit und keine Staffel gibt, und die auch für eine Brille oder eine Physiotherapie zur Verfügung stehen.

Wo diese Logik nicht funktioniert

Ich möchte das nicht verallgemeinern. Wer bereits weiß, dass in den nächsten Jahren größerer Zahnersatz ansteht, und wer die Wartezeiten aussitzen kann, für den kann die Rechnung anders ausgehen. Und für Kinder mit absehbarer Kieferorthopädie ist es eine ganz andere Frage — da geht es schnell um fünfstellige Beträge.

Für uns zwei, Ende vierzig, mit ordentlichen Zähnen und ohne anstehende Behandlung, war das Sparkonto die ehrlichere Lösung. Der Ärger darüber, drei Jahre lang 358 Euro bezahlt und 152 zurückbekommen zu haben, bleibt.

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