Wir hatten zwölf Jahre lang zwei Autos. Das zweite war ein alter Kombi, den ich für den Weg zur Arbeit benutzt habe, bis ich vor zwei Jahren auf eine Stelle im Ort gewechselt bin.
Was das zweite Auto gekostet hat
Ich habe alles zusammengezählt, was in einem durchschnittlichen Jahr anfiel:
- Kfz-Versicherung (Haftpflicht plus Teilkasko): 384 Euro
- Kfz-Steuer: 178 Euro
- Hauptuntersuchung, anteilig: 68 Euro
- Wartung und Verschleiß, Schnitt aus drei Jahren: 640 Euro
- Reifen, anteilig: 120 Euro
- Kraftstoff: 410 Euro
Zusammen rund 1.800 Euro im Jahr, ohne Wertverlust — der war bei einem 14 Jahre alten Auto ohnehin kaum noch messbar. Gefahren wurde er zuletzt etwa 3.400 Kilometer im Jahr. Das sind 53 Cent pro Kilometer.
Was seitdem an seine Stelle getreten ist
- Ein Fahrrad für den Weg in den Ort, das ohnehin da war.
- Zwei Carsharing-Fahrten und drei Mietwagentage im ersten Jahr, zusammen 290 Euro. Das waren die Termine, an denen wir wirklich zwei Fahrzeuge gebraucht hätten.
- Mehr Absprache. Das ist der eigentliche Preis.
Die Bilanz
1.800 Euro weg, 290 Euro dazu. Netto also rund 1.500 Euro im Jahr. Dazu einmalig 900 Euro aus dem Verkauf.
Wo es tatsächlich wehtut
Ich will das nicht schönschreiben. Es gibt vier oder fünf Situationen im Jahr, in denen wir beide gleichzeitig irgendwohin müssen und es sich nicht lösen lässt, ohne dass jemand zwei Stunden wartet. Im Winter, bei Schnee, mit dem Rad in den Ort — das ist an manchen Tagen einfach unangenehm.
Der ÖPNV ist hier keine echte Alternative. Der Bus ins Tal fährt, aber die Taktung passt selten zu Arbeitszeiten. Darüber habe ich einen eigenen Beitrag geschrieben, weil die Diskussion regelmäßig aufkommt.
Würden wir es wieder machen
Ja, aber die Voraussetzung war der Jobwechsel. Solange ich täglich 34 Kilometer gependelt bin, war das zweite Auto keine Frage des Komforts. Der Verzicht funktioniert, weil sich vorher etwas anderes geändert hat — nicht weil wir uns stärker zusammengerissen hätten.