Bargeld oder Karte: Ein Selbstversuch über zwei Monate

Veröffentlicht am 10 März 2026 von Wolfgang Steck in Haushalt & Budget · 2 Min. Lesezeit

Es gibt diese Behauptung, dass man mit Bargeld weniger ausgibt, weil man das Geld weggehen sieht. Ich wollte wissen, ob das bei uns stimmt, und habe zwei Monate gegeneinander laufen lassen.

Der Aufbau

Januar: alles bar. Am Monatsanfang den Alltagsbetrag abgehoben, in einen Umschlag, und ab dann nur daraus bezahlt. Februar: alles mit Karte, keine Ausnahme.

Ich habe versucht, die Monate vergleichbar zu halten — keine Urlaube, keine großen Anschaffungen, ähnliche Wochenstruktur. Perfekt ist das nicht, dafür sind zwei Monate zu kurz und das Leben zu unregelmäßig.

Das Ergebnis

Bar: 871 Euro. Mit Karte: 934 Euro. Ein Unterschied von 63 Euro, also gut sieben Prozent.

Das ist weniger, als ich erwartet hatte, aber es ist auch nicht nichts. Auf ein Jahr hochgerechnet wären das rund 750 Euro — allerdings wäre diese Hochrechnung unseriös, weil zwei Monate keine Basis sind.

Wo der Unterschied entstanden ist

Nicht beim Wocheneinkauf. Der lag in beiden Monaten fast gleich, weil er auf einer Liste beruht.

Der Unterschied entstand bei kleinen Beträgen unterwegs: Bäcker, Tankstelle, der Kaffee nach dem Baumarkt. Mit Karte tippt man ohne nachzudenken, bei Bargeld gibt es eine winzige Hürde — man muss den Umschlag herausholen und sieht, wie dünn er wird.

Was mich mehr überrascht hat

Im Bargeldmonat wusste ich am 20. jederzeit, wie viel noch da ist, ohne nachzuschauen. Im Kartenmonat hätte ich raten müssen. Dieses Gefühl für den Stand ist der eigentliche Effekt, und er wirkt auf das Verhalten in der letzten Monatswoche.

Wie wir es jetzt machen

Eine Mischform, die weniger elegant und dafür haltbar ist: Der Wocheneinkauf läuft mit Karte, weil das schneller geht und die Beträge ohnehin geplant sind. Für alles Kleine unterwegs liegt ein Umschlag mit einem festen Wochenbetrag im Flur. Ist er leer, ist die Woche zu Ende.

Das ist kein reiner Bargeldhaushalt. Es greift genau dort, wo der Selbstversuch den Unterschied gezeigt hat, und lässt den Rest in Ruhe.

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