Fenster abdichten für 40 Euro: Der Winter danach

Veröffentlicht am 25 März 2025 von Wolfgang Steck in Wohnen & Sanieren · 2 Min. Lesezeit

Unsere Holzfenster sind von 1988 und werden irgendwann getauscht. Bis dahin zog es, vor allem im Schlafzimmer an der Wetterseite. Ein Fensterbauer hätte im vierstelligen Bereich angefangen.

Wie man findet, wo es zieht

Mit einer Kerze. Man geht bei geschlossenem Fenster mit der Flamme langsam am Rahmen entlang und beobachtet, wo sie flackert. Das funktioniert erstaunlich präzise — bei uns waren es die oberen Ecken und der untere Rand bei zwei von vier Fenstern.

Wichtig ist, dass währenddessen keine Tür offensteht, sonst zieht es überall. Und man sollte die Gardine wegnehmen, bevor man mit einer Kerze am Fenster entlanggeht. Das musste ich lernen.

Was ich gekauft habe

Selbstklebendes Dichtungsband aus EPDM-Gummi, kein Schaumstoff. Der Unterschied ist erheblich: Schaum ist billiger und nach einer Saison platt. EPDM kostete für 20 Meter rund 24 Euro und ist nach zwei Wintern unverändert.

Dazu ein Zugluftstopper für die Kellertür und Bürstendichtungen für zwei Innentüren, zusammen nochmal etwa 16 Euro.

Die Sache mit der Profilstärke

Dichtungsband gibt es in verschiedenen Dicken, meist als D-, E- oder P-Profil bezeichnet. Nimmt man es zu dick, lässt sich das Fenster nicht mehr richtig schließen und der Beschlag leidet. Zu dünn bringt nichts.

Ich habe den Spalt gemessen, indem ich ein Stück Knete in den Rahmen gelegt, das Fenster geschlossen und die zusammengedrückte Knete mit dem Messschieber gemessen habe. Klingt umständlich, dauert fünf Minuten und erspart das zweimalige Kaufen.

Was es gebracht hat

Messbar: Unser Gasverbrauch lag im Folgewinter bei 15.100 statt 16.400 Kilowattstunden. Ein Teil davon geht auf die Heizkurve, an der ich im selben Jahr etwas geändert habe — die beiden Maßnahmen lassen sich nicht sauber trennen.

Spürbar: Im Schlafzimmer zieht es nicht mehr am Kopf. Das ist der Effekt, über den wir tatsächlich reden, wenn es kalt ist.

Was ich nicht gemacht habe

Fenster mit Folie verkleben. Das hilft gegen Zugluft, verhindert aber das Lüften und führt bei alten Holzfenstern schnell zu Feuchtigkeit im Rahmen. Bei einem Haus, das ohnehin an einer Ecke mit Feuchte zu kämpfen hatte, wollte ich das nicht riskieren.

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