An unserer Gastherme gibt es ein Menü, das ich siebzehn Jahre lang nicht geöffnet habe. Dort stehen zwei Werte, die bestimmen, wie heiß das Wasser in die Heizkörper geht.
Was die Heizkurve macht
Sie legt fest, wie warm der Vorlauf sein soll, abhängig von der Außentemperatur. Bei minus zehn Grad draußen braucht man mehr als bei plus acht. Die Kurve hat zwei Stellgrößen: die Neigung (wie steil die Temperatur mit sinkender Außentemperatur steigt) und das Niveau (eine Parallelverschiebung nach oben oder unten).
Ab Werk ist die Kurve fast immer zu hoch eingestellt. Das ist verständlich: Der Installateur will keinen Anruf, dass es kalt ist, und eine zu hohe Kurve fällt niemandem auf — sie kostet nur Geld.
Wie ich vorgegangen bin
Die Regel, die ich gefunden habe und die funktioniert hat: Alle Thermostatventile voll aufdrehen, dann die Kurve schrittweise senken, bis es in dem Raum, der am schlechtesten versorgt ist, gerade noch warm genug wird.
- Neigung um 0,2 senken.
- Drei bis vier Tage warten — ein Haus reagiert träge, ein Abend sagt nichts.
- Prüfen, ob alle Räume noch auf Temperatur kommen.
- Wenn ja, wieder von vorne.
Bei uns ging die Neigung von 1,4 auf 1,0. Darunter wurde das Bad im Nordwesten nicht mehr warm, also bin ich bei 1,0 geblieben. Das Niveau habe ich um zwei Kelvin abgesenkt.
Die Nachtabsenkung
Die war bei uns aktiv, aber mit einer Absenkung um nur zwei Grad und einer Zeitspanne von 23 bis 5 Uhr. Ich habe daraus 22 bis 5:30 Uhr mit vier Grad gemacht. Bei einem gut gedämmten Haus wäre das diskutabel, weil das Aufheizen morgens den Vorteil auffrisst. Bei einem Altbau mit dicken Wänden, der langsam auskühlt, hat es sich gerechnet.
Was es gebracht hat
Der Gasverbrauch ist im Folgewinter um rund acht Prozent gesunken. Bei unseren Mengen sind das grob 130 bis 150 Euro im Jahr — jedes Jahr, ohne Wiederholung des Aufwands.
Der Fehler, den ich fast gemacht hätte
Ich wollte die Kurve an einem milden Novembertag einstellen, an dem es draußen sieben Grad hatte. Das funktioniert nicht: Bei milder Witterung merkt man von einer zu niedrigen Kurve nichts. Man braucht dafür kalte Tage. Ich habe das Feintuning deshalb erst im Januar abgeschlossen und den Herbst nur für die groben Schritte genutzt.