Abschlag zu hoch angesetzt: So habe ich ihn korrigieren lassen

Veröffentlicht am 9 September 2025 von Wolfgang Steck in Strom & Gas · 2 Min. Lesezeit

Der neue Vertrag lief zwei Monate, als mir auffiel, dass der monatliche Abschlag deutlich über dem lag, was nach meiner Rechnung nötig gewesen wäre. 129 Euro wurden abgebucht. Ich kam auf etwa 96.

Wie der Abschlag zustande kommt

Der Anbieter schätzt den Jahresverbrauch, multipliziert ihn mit dem Arbeitspreis, addiert den Grundpreis und teilt durch zwölf. Der wunde Punkt ist die Schätzung. Beim Wechsel wird oft der Wert übernommen, den der alte Versorger gemeldet hat — und der kann veraltet sein oder auf einem Jahr beruhen, in dem zufällig mehr verbraucht wurde.

Bei uns kam noch etwas dazu: Ich hatte beim Abschluss im Formular einen Verbrauch angegeben, der auf einer alten Abrechnung beruhte. Wir hatten in der Zwischenzeit den alten Gefrierschrank im Keller abgeschafft, der allein gut 300 Kilowattstunden im Jahr zog.

Was ich vorbereitet habe

Bevor ich angerufen habe, hatte ich drei Dinge auf einem Zettel:

  • Die Zählerstände der letzten drei Ablesungen mit Datum.
  • Den daraus hochgerechneten Jahresverbrauch.
  • Arbeitspreis und Grundpreis aus meiner Auftragsbestätigung.

Mit diesen Zahlen dauerte das Gespräch keine sieben Minuten. Die Mitarbeiterin hat den Verbrauchswert im System korrigiert und der Abschlag wurde zum nächsten Monat auf 101 Euro gesetzt. Etwas über meiner Rechnung, aber das war in Ordnung — sie hat erklärt, dass sie einen kleinen Puffer lassen, damit es am Ende keine Nachzahlung gibt.

Warum das überhaupt eine Rolle spielt

Man könnte sagen: Egal, zu viel gezahltes Geld kommt ja am Jahresende zurück. Stimmt auch. Aber es sind in unserem Fall 28 Euro im Monat gewesen, die zwölf Monate lang beim Anbieter lagen statt bei uns. Das ist ein zinsloser Kredit, den ich niemandem gegeben habe, sondern der einfach passiert ist, weil ich das Feld im Formular falsch ausgefüllt hatte.

Der umgekehrte Fall ist der unangenehmere

Ein zu niedriger Abschlag fühlt sich das ganze Jahr gut an und endet mit einer Nachzahlung im dreistelligen Bereich. Genau das war 2024 unser Problem. Deshalb bin ich inzwischen eher dafür, den Abschlag realistisch bis leicht großzügig anzusetzen — aber eben bewusst, und nicht, weil eine falsche Zahl im System steht, von der ich nichts weiß.

Seitdem lese ich den Zähler viermal im Jahr ab, immer am Quartalsanfang, und schreibe es in dieselbe Tabelle. Fünf Minuten, und ich weiß jederzeit, ob der Abschlag noch passt.

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