Unser Dachboden ist nicht ausgebaut und wird es auch nicht. Über der obersten Geschossdecke war nichts außer Dielen. Das ist die Stelle, an der ein Altbau am billigsten Wärme verliert und am billigsten aufhört, es zu tun.
Die drei Angebote
Gleiche Fläche, rund 78 Quadratmeter, gleiche geforderte Dämmstärke:
- Firma A: 8.400 Euro, inklusive begehbarem Aufbau mit Verlegeplatten.
- Firma B: 5.900 Euro, ebenfalls begehbar, andere Dämmstoffklasse.
- Firma C: 3.100 Euro, Einblasdämmung, nicht begehbar.
Der Unterschied zwischen A und C ist so groß, dass man den Verdacht hat, es sei ein Missverständnis. Ist es nicht — es sind verschiedene Verfahren mit verschiedenen Ergebnissen. Begehbar heißt, man kann weiterhin Kisten dort abstellen. Das war uns wichtig, weil der Dachboden bei uns tatsächlich als Lager dient.
Was das Gesetz verlangt
Für die oberste Geschossdecke gibt es eine Nachrüstpflicht, wenn der Raum darüber nicht beheizt ist und die Decke einen bestimmten Wärmedurchgang überschreitet. Es gibt Ausnahmen, unter anderem für Eigentümer, die schon lange selbst im Haus wohnen. Ich habe das beim Landratsamt nachgefragt statt gegoogelt, weil die Auslegung im Detail hängt.
Was wir gemacht haben
Selbst gedämmt, mit Klemmfilz zwischen einer aufgeständerten Lattung und darüber OSB-Platten. Material inklusive Dampfbremse und Platten: rund 1.750 Euro. Zeit: zwei Wochenenden zu zweit, plus ein Abend für das Ausräumen.
Der Aufbau ist nicht so schön wie bei Firma A. Er ist begehbar, dicht und erfüllt die geforderte Dämmstärke.
Die Ernüchterung
Wir hatten mit einer deutlich sichtbaren Wirkung auf der Gasrechnung gerechnet. Die Einsparung lag im Folgejahr bei etwa vier Prozent — spürbar weniger als die Heizkurve gebracht hatte, die nichts gekostet hat.
Der Grund ist banal: Wir heizen das Obergeschoss ohnehin nur sparsam. Der Wärmeverlust nach oben war real, aber kleiner als in den Rechenbeispielen, die von durchgehend 21 Grad in allen Räumen ausgehen.
Warum ich es trotzdem wieder machen würde
Weil der Raum darunter im Sommer deutlich kühler geblieben ist. Das Schlafzimmer liegt unter dem Dachboden und war früher im Juli nachts kaum unter 26 Grad zu bekommen. Das ist kein Posten auf der Gasrechnung, aber es ist der Effekt, über den wir tatsächlich reden.
Und weil die Amortisation bei 1.750 Euro Materialkosten trotzdem im überschaubaren Bereich liegt. Bei 8.400 Euro hätte ich die Rechnung nicht aufmachen wollen.